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Der Tiroler Höhenweg
2. Etappe

h.m.  : 650 hm
h.m.  : 1730 hm
Landshuter Europahütte/Rif. Venna alla Gerla (2713 m) - Brennerpass/Brennero (1350 m) - Sattelbergalm (1637 m)
Nach einer wahrlich "europäischen" Übernachtung auf der Landshuter Europahütte (die Landesgrenze geht mitten durch den Gastraum!) führt unser Weg auf den Wolfendorn, einen der schönsten Aussichtgipfel unter den Brennerbergen. Vom Wolfendorn steigen wir ab zum Brennerpass. Vorsicht, Kulturschock-Gefahr! Nach bereits zwei Tagen in der Stille erreichen wir den quirligen und lauten Pass. Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder wir queren den Pass so schnell als möglich und versuchen, wieder die Ruhe des steilen Waldes zu erreichen. Oder - anspruchsvoller und interessanter - wir lassen uns auf das "Phänomen Brenner" ein: das Auf und Nieder eines uralten Verkehrs- und Handelsweges, eines Alpenübergangs von großer geopolitischer Bedeutung, der langsam zu sterben scheint - aber immer noch lebt. Seine Geschichte, seine Bauten und die Menschen, die dort leben und arbeiten sind es wert, sie kennen zu lernen.
Brenner

Information:
Tourismusverein Gossensass
Autobus:
Busverbindungen: nach Innsbruck und Sterzing - Brixen - Bozen
Der Brennerpass bildet mit 1370 Metern Seehöhe den tiefsten Einschnitt des Alpenhauptkammes zwischen den Stubaier- und Zillertaler Alpen. Er verbindet als knapp einen Kilometer schmale Furche das Südtiroler mit dem Nordtiroler Wipptal. Dadurch ist er die wichtigste Verbindung zwischen dem Nord- und Südtiroler Raum. Aufgrund dieser begünstigten Lage wurde der Brennerpass schon sehr früh als idealer Verbindungsweg über die Alpen erkannt und ausgebaut. Bereits zur Römerzeit wurde dieser Handelsweg benutzt. Die Römerstraße von Hall über Patsch, Schönberg, Steinach, Gries über den Brenner nach Sterzing und Bozen erlangte mit dem Salzhandel Berühmtheit. Noch heute findet man Hinweise auf den regen Verkehr, wie zum Beispiel den Römerstein bei der Stephansbrücke.
Im Mittelalter zogen 60 deutsche Kaiser über den Pass. Eine Großleistung der Technik war der Bau der Eisenbahn, die 1867 in Betrieb genommen wurde. Seit 1919 (Vertrag von St. Germain) ist der Brenner Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Diese Funktion gestaltete lange Zeit entschieden das Ortsbild mit: Finanzkasernen, Grenzpolizei und Zollwache neben den Geschäften und Caféhäusern prägten und prägen das Ortsbild. Durch das Inkrafttreten des Schengener Abkommens (1998) hat der Brenner den einstigen Grenzkontrollcharakter verloren.
Gerne besucht wird der regelmäßig stattfindende Brennermarkt. Die Brennerautobahn verläuft östlich des Grenzbahnhofs. Zur italienischen Gemeinde Brenner (der österreichische Teil besteht aus einem Wirtshaus, einer Tankstelle, Wechselstube, Lebensmittelgeschäft) gehören die Fraktionen Brenner, Pflersch, Gossensaß, Brennerbad, Pontigl und Giggelberg. Von den früheren Bauernhöfen, die sich um die St.-Valentins-Kirche gruppierten, ist nichts mehr zu sehen.
Der Name "Brenner" wird von einem im Jahre 1280 urkundlich belegbaren Hofbesitzer Prennarius abgeleitet. Um 1400 befand sich auf dem Pass eine Herberge, im 16. Jahrhundert wurde eine Poststation errichtet, woran heute noch der Gasthof Post erinnert. Das etwa vier Kilometer entfernte Brennerbad wurde von 1400 bis 1600 seiner eisenhaltigen Quellen wegen gern aufgesucht. Um 1605 dienten zwei Badehäuser dem stark frequentierten Badeverkehr. Das Gebiet der Zirogalm stellt ein beliebtes Ausflugsziel dar.
Details
Gossensass

Information:
Tourismusverein Gossensass
Autobus:
Linienbusverkehr mit Innsbruck und Sterzing - Brixen
Die Fraktion Gossensaß ist Sitz der Gemeinde Brenner. Hier mündet das Pflerschtal in das Südtiroler Wipptal (= nördliches Eisacktal), das geographisch die Fortsetzung des österreichischen Wipptales bildet. Die Ortschaft zieht sich zu beiden Seiten der alten Brennerstraße auf einer Hangterrasse am Bachbett des Eisack aufwärts. Als erste größere Ortschaft an der Südrampe des Brenners kam der Siedlung schon in früher Zeit Bedeutung zu. Der Name leitet sich vom Besitztum eines gewissen Gozzo, nicht aber von den Goten (Gotensitz) ab. Aus dem Pflerschtal wurde Silber angeliefert, Bergbauunternehmer waren lange Zeit die Augsburger Fugger. Bekannt war in der Blütezeit des Bergbaus die Jörgenbruderschaft der Knappen. Nicht weit unterhalb des Ortes wie auch oberhalb bahnt sich die Eisack seinen Weg durch eine romantische Felsschlucht. Großartige Kunstbauten der Eisenbahn, der Staatsstraße und der Autobahn fesseln hier die Aufmerksamkeit. Von besonderer Schönheit ist das Pflerschtal mit den Fernern am Talschluss und der großartigen Szenerie des Pflerscher Tribulauns. Beliebte Ausflugsziele sind die Gebiete der Hühnerspielhütte und Zirogalm. In Gossensaß hat Kaiser Karl V. auf der Flucht vor Moritz von Sachsen genächtigt. In neuerer Zeit nahmen hier Heinrich lbsen, Friedrich Dahn, Heinrich Noë und Oskar von Redwitz Kuraufenthalt. Die Sage berichtet, dass Wieland der Schmied, eine Gestalt der germanischen Sage, hier gelebt habe.
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